Bienensterben in Russland: Biologin beklagt lasche Pestizid-Kontrolle

Ein massenhaftes Bienensterben in Russland wird von Experten auf den unkontrollierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zurückgeführt. «Das Problem ist, dass wir keine eigenen Pestizide produzieren», sagte Jelena Saltykowa vom Institut für Biochemie und Genetik der Deutschen Presse-Agentur. Der Großteil komme aus dem Ausland. «Es gibt hier aber keine strengen Kontrollen.» Pestizide würden dort eingekauft, wo es günstig sei.


Die russische Regierung schätzte, dass allein bis Ende Juli mehr als 39 600 Bienenvölker gestorben sind. Das sind Milliarden Bienen und etwa 1,5 Prozent aller Völker in Russland. Landesweit seien mehr als 25 Gebiete besonders stark betroffen gewesen.


Saltykowa rechnet mit einem weitaus größeren Ausmaß. «Inoffizielle Statistiken gehen von noch höheren Zahlen aus.» Der russische Imkerverband erwartet, dass die Honigernte in Russland diesmal geringer ausgefallen ist. Abschließende Zahlen lagen dazu zunächst nicht vor.

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